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Mann aus Brasilien

Du erkennst mich bevor ich dich ueberhaupt realisiere. Schnell stelle ich mit bedauern fest, dass du immer noch an dieser Kleinen haengst. Sie zieht dich hinter sich her. Du schaust mich an, ohne Laecheln. Deine Augen ruhen auf mir. Ich sehe meine Chance: Als haette ich nichts bemerkt, kreuze ich deinen Weg hinter ihr, hoffend dass du gezwungen bist sie los zu lassen. Ich schaue dich nicht an, als ich ploetzlich deine Hand an meiner Huefte fuehle. Langsam wandert sie hinunter zu meinem Hintern. Ich schaue dich an. Du kuesst du mich. Stark und maennlich. Ich spuere deine Zunge an meinem Hals, durch deinen warmen Atem bekomme ich eine Gaensehaut. Das interessiert dich nicht.
Du beendest das Spiel, so blitzartig wie du es angefangen hast. Ich stolpere weiter, das Blut rauscht durch meine Adern, vibriert zum Beat der Musik.
Ich schaue zur Seite. Die Kleine hat nichts bemerkt, sie umarmte eine Freundin. Auch die anderen Personen um dich und mich herum scheinen zu viel mit ihrem eigenen Leben zu tun zu haben, so dass sie den Ausdruck auf ihren Geschichtern verloren haben. Vielleicht sind sie auch nur betrunken.
Ich schaue dich nicht noch einmal an.
Du bist ein Player und du kennst die Regeln.

Einige Naechte spaeter sehe ich dich wieder. Mein Herz faengt an zu schlagen, als sich unsere Blicke treffen. Nicht durch Zufall sondern weil du es so willst.
Herzhaft umarmst du deine Counsine (In Brasilien ist es legal etwas mit Verwandten zu haben). Wie konnte ich dich nur so unterschaetzen, als ich dich zum ersten Mal gesehen habe? Ich habe dich fuer schuechtern gehalten, dabei hast du mich beim 1. Mal schon mit deinen Blicken ausgezogen.
Ich fuehle mich staerker nun, dass ich weiss was du willst.

Der Brasilianer, mit dem ich Funk (brasilianischer Tanz, bei dem es nur darauf ankommt moeglichst viel mit dem Hintern zu wackeln) tanze ist gut. Du stellst dich geschickt vor mich, tanzt mit deiner Counsine. Wir beide wissen, dass du wieder spielen willst. Erst beruehrst du meinen Bauch, dann wandern deine starken Haende weiter nach unten. Ich werde schwach, kann mir aber vor die nichts anmerken lassen. Ich weiss diesmal auch ohne mich umzuschauen, dass keiner etwas mitbekommen hat.
Und wieder bist du weg und laesst mich mit dem Beat in meinen Ohren und dem Verlangen in meinem Bauch zurueck.
Du wirst wieder kommen, denn du bist ein verdammt guter Player, wahrscheinlich der beste den ich in meinem ganzen Leben getroffen habe.
Du kennst nicht nur die Regeln, du machst sie.

Du willst mich wieder sehen.

Heute Nachtmittag bin ich augewacht. Mein letzten Bilder meines Traumes waren noch so klar, so deutlich als wollte der Traum, dass man sich an ihn erinnert.
Ich traemte, dass ich zu einem Theaterstueck ging. Dort verliebte ich mich in den unscheinbaren Eselverkaeufer. Dieser lud mich zu seine, naechsten Theaterstueck ein. Doch er war kein unscheinbarer Eselverkaeufer mehr. Er war Casanova, der beruechtigte, der jede Frau verfuehrt.

Ich glaube an die Bedeutung von Traeumen. Wie sieht es mit diesem aus?

(Eine wahre Geschichte)
9.7.08 22:48
 


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